Wie wirkt digitale Außenwerbung? Was aktuelle Studien zeigen

Wie wirkt digitale Außenwerbung? Was aktuelle Studien zeigen
⏱ 3 Min. Lesezeit📅 Aktualisiert: 19.10.2026

„Bringt das überhaupt etwas?“ – Das ist die wichtigste Frage, bevor ein Unternehmen Geld in Werbung steckt. Für digitale Außenwerbung (DOOH) gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Studien zu Reichweite, Aufmerksamkeit und Erinnerung. Wir fassen die wichtigsten zusammen – und sagen ehrlich dazu, wer sie in Auftrag gegeben hat und wie man die Ergebnisse einordnen sollte.

1. Reichweite: Fast jeder sieht DOOH – jede Woche

Die umfangreichste Reichweitenstudie in Deutschland ist „Public & Private Screens“ des Instituts für Digital Out of Home Media (IDOOH), durchgeführt von der GIM. Grundlage sind rund 17.000 bevölkerungsrepräsentative Befragungen plus etwa 20.000 Interviews direkt an den Screens.

  • 81 Prozent der Menschen ab 14 Jahren sehen DOOH innerhalb einer Woche.
  • Über 1,1 Milliarden Bruttokontakte pro Woche auf rund 130.000 öffentlichen Screens.
  • In Großstädten liegt die Reichweite noch höher: Hamburg 88 %, Berlin 87 %, München 84 %.
  • Bei den 20- bis 29-Jährigen: 97 Prozent Wochenreichweite, bei Entscheidern 96 Prozent.

Einordnung: IDOOH ist ein Branchenverband – die Methodik ist aber umfangreich und transparent beschrieben. Für lokale Unternehmen ist die Kernbotschaft wichtig: Digitale Screens gehören für fast alle Zielgruppen zum Alltag.

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2. Aufmerksamkeit: Bewegte Bilder werden länger angesehen

Reichweite allein sagt noch nichts darüber, ob Werbung wirklich wahrgenommen wird. Eine Neuro-Studie von Allvision und dem Institut Brainsights ging dieser Frage mit Eyetracking-Brillen und EEG-Sensoren nach: 52 Teilnehmende fuhren insgesamt 136,5 Stunden durch Toronto und Mississauga, untersucht wurden über 200 Außenwerbeflächen.

  • Digitale Flächen wurden fast doppelt so lange betrachtet wie der Durchschnitt aller Außenwerbeformate.
  • Der Gedächtnis-Index lag 54 Punkte über dem Durchschnitt, die emotionale Verbindung 66 Punkte darüber.
  • Bei großen digitalen Formaten schauten Menschen mehr als dreimal so oft ein zweites Mal hin wie bei kleinen statischen Formaten.

Einordnung: Die Studie stammt aus Kanada und wurde von einem Außenwerbe-Anbieter beauftragt. Die Stichprobe ist klein, die Messmethode aber objektiv (Blick und Gehirnaktivität statt Befragung). Die Richtung deckt sich mit einer einfachen Alltagserfahrung: Bewegung zieht den Blick an.

3. Werbeerinnerung: Außenwerbung im Vergleich zu anderen Kanälen

Clear Channel Outdoor und Kantar haben über fünf Jahre Tausende Kampagnenmessungen ausgewertet. Ergebnis: Außenwerbung erzielte eine um 13,3 Prozent höhere Werbeerinnerung (Ad Awareness) als Digital-Display, TV und Connected TV.

Einordnung: Die Veröffentlichung stammt von einem Außenwerbe-Vermarkter, Stichprobengrößen werden nicht genannt. Sie ist deshalb eher als Hinweis zu verstehen – nicht als neutraler Beweis.

4. Verstärker für Social Media

Eine Studie von Norstat im Auftrag mehrerer britischer Außenwerbe-Unternehmen (1.150 intensive Social-Media-Nutzer, 3,5 Milliarden ausgewertete Impressions) zeigt: Wer eine Marke vorher draußen gesehen hat, betrachtet ihre Social-Media-Anzeigen im Schnitt 42 Prozent länger. Daten der IPA-Databank zeigen zudem 34 Prozent stärkere Geschäftseffekte von Social-Media-Kampagnen, wenn Außenwerbung Teil des Mixes ist.

5. Und im Handel? Umsatzeffekte von Digital Signage

In einer Befragung des Anbieters M-Cube unter 250 Einzelhändlern in Großbritannien gaben 91 Prozent an, nach der Einführung von Digital Signage Umsatzsteigerungen verzeichnet zu haben. Das ist eine Selbstauskunft und keine kontrollierte Messung – aber ein deutliches Stimmungsbild.

Ein konkretes Beispiel aus unserem Netzwerk: Der Snackstore „Die Snacker“ berichtet als Standortpartner von 12 Prozent mehr Umsatz und zusätzlich rund 613 Euro Werbeeinnahmen pro Monat.

Wie man Studien richtig liest

  • Wer hat bezahlt? Viele Studien stammen von Anbietern. Das macht sie nicht falsch, aber man sollte die Methode prüfen.
  • Brutto oder netto? Bruttokontakte zählen jede Sichtung, Nettoreichweite jede Person nur einmal.
  • Übertragbarkeit: Eine Großfläche an der Autobahn wirkt anders als ein Screen im Supermarkt-Eingang. Entscheidend ist, ob die Fläche dort steht, wo die eigene Zielgruppe unterwegs ist.

Was heißt das für dein Unternehmen?

Die Studienlage ist eindeutig in der Richtung: Digitale Außenwerbung erreicht fast alle, wird länger angesehen als statische Werbung und verstärkt andere Kanäle. Wie stark der Effekt für deinen Betrieb ist, hängt von Standort, Motiv und Angebot ab – und lässt sich am besten im Test herausfinden. Bei SchaufensterClip kannst du 30 Tage kostenlos testen und im Kampagnen-Manager Sichtkontakte, Klicks und Kontakte verfolgen.

Quellen

  • IDOOH / GIM, Public & Private Screens (2023): idooh.media
  • Allvision & Brainsights, Neuro-Studie (veröffentlicht 2026): idooh.media
  • Clear Channel Outdoor & Kantar (08.07.2025): prnewswire.com
  • „Point of Social“, Norstat für Bauer Media Outdoor, Global, JCDecaux, Ocean Outdoor, Posterscope (2026): oceanoutdoor.com
  • M-Cube-Studie, berichtet von invidis (09/2023): invidis.de
  • Referenz „Die Snacker“: schaufensterclip.de

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