Während der deutsche Werbemarkt insgesamt kaum wächst, legt ein Segment seit Jahren kräftig zu: Digital Out-of-Home, kurz DOOH – also Werbung auf digitalen Bildschirmen und LED-Flächen im öffentlichen Raum. 2025 war dafür ein Rekordjahr. In diesem Beitrag ordnen wir die wichtigsten Marktzahlen ein, erklären die Treiber und zeigen, was die Entwicklung für Händler, Dienstleister und Handwerksbetriebe vor Ort bedeutet.
Die Zahlen 2025 auf einen Blick
Laut dem Nielsen Werbetrend 2025 (vorläufige Brutto-Zahlen) ist DOOH in Deutschland um 26 Prozent gewachsen – auf rund 1,7 Milliarden Euro Brutto-Werbeumsatz. Damit entfällt inzwischen fast die Hälfte, nämlich 48 Prozent, der gesamten Außenwerbung auf digitale Formate.
| Kennzahl 2025 | Wert |
|---|---|
| DOOH-Wachstum gegenüber 2024 (brutto) | +26 % |
| DOOH-Werbeumsatz (brutto) | ca. 1,7 Mrd. € |
| Digitaler Anteil an der Außenwerbung | 48 % |
| Außenwerbung gesamt (brutto) | 3,56 Mrd. € (2024: knapp 3,2 Mrd. €) |
| Marktanteil Außenwerbung am Werbemarkt | 9,9 % (2024: 9,2 %) |
| Gesamtwerbemarkt (brutto) | −0,9 % |
Besonders auffällig ist das Jahresende: Im vierten Quartal lag DOOH um 27,8 Prozent über dem Vorjahr, im Dezember sogar um 54,7 Prozent. Werbung im Handelsumfeld – sogenanntes At-Retail-DOOH, also Screens in und an Supermärkten und Geschäften – wuchs im Dezember um 92,1 Prozent.
Auch die Netto-Zahlen des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) bestätigen den Trend: Während die Netto-Werbeeinnahmen insgesamt um 4,3 Prozent auf 27,88 Milliarden Euro stiegen, legte die Außenwerbung netto um 3,0 Prozent zu – laut ZAW vor allem getragen von digitalen Formaten.
Brutto, netto – was ist der Unterschied?
Bei Marktzahlen lohnt ein genauer Blick. Brutto-Werte (z. B. von Nielsen) basieren auf Listenpreisen und enthalten keine Rabatte. Sie zeigen gut, wie sich Werbedruck und Nachfrage entwickeln. Netto-Werte (z. B. vom ZAW) bilden ab, was tatsächlich umgesetzt wurde. Beide Perspektiven zeigen in dieselbe Richtung: Digitale Außenwerbung gewinnt Anteile, während klassische Kanäle wie TV, Radio und Print stagnieren oder schrumpfen.
Was treibt das Wachstum?
1. Flexibilität statt Druckerei
Ein Plakat hängt, bis es überklebt wird. Ein digitaler Screen zeigt morgens das Frühstücksangebot und abends die Happy Hour. Motive lassen sich in Minuten tauschen – ohne Druck- und Montagekosten. Gerade für Unternehmen mit wechselnden Angeboten ist das ein entscheidender Vorteil.
2. Reichweite im echten Leben
Laut der Studie „Public & Private Screens“ des Instituts für Digital Out of Home Media (IDOOH) erreicht DOOH 81 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren innerhalb einer Woche – mit über 1,1 Milliarden Bruttokontakten pro Woche auf rund 130.000 öffentlichen Screens. Bei den 20- bis 29-Jährigen liegt die Wochenreichweite sogar bei 97 Prozent.
3. Messbarkeit und Steuerung
Digitale Flächen lassen sich zeitlich und regional steuern und auswerten. Das macht Außenwerbung planbarer – und damit auch für kleinere Budgets interessant.
4. Werbung am Einkaufsort
Das starke Wachstum von At-Retail-DOOH zeigt: Werbung dort, wo Menschen einkaufen, gewinnt an Bedeutung. Wer im Supermarkt, in der Apotheke oder an der Tankstelle wirbt, erreicht Kunden in einer Situation, in der sie ohnehin konsumieren.
Was das für lokale Unternehmen bedeutet
Lange war digitale Außenwerbung vor allem etwas für große Marken mit Mediaagentur. Das ändert sich gerade. Programmatische Großflächen in Innenstädten sind zwar professionell, aber für einen Friseur, eine Physiotherapie-Praxis oder einen Handwerksbetrieb meist zu teuer und zu weit gestreut.
Lokale LED-Flächen in Schaufenstern schließen diese Lücke: Sie stehen genau dort, wo das Einzugsgebiet eines Betriebs liegt – im Nachbarschafts-Supermarkt, in der Apotheke, beim Bäcker um die Ecke. Bei SchaufensterClip umfasst das Netzwerk inzwischen über 250 LED-Standorte in mehr als 190 Städten in Deutschland und Österreich, mit mindestens rund 3.000 Sichtkontakten pro Tag und Standort. Werben lässt sich dort ab 1 € pro Tag, monatlich kündbar.
Trends für 2026
- Retail Media wächst weiter: Handel und Werbung verschmelzen. Screens am Point of Sale werden zum festen Bestandteil von Marketing-Plänen.
- Lokal wird wichtiger: Je teurer die Online-Klicks, desto attraktiver werden Kanäle mit planbaren, lokalen Kontakten.
- Kombination statt Entweder-oder: Studien zeigen, dass Außenwerbung die Wirkung von Social Media verstärkt (mehr dazu in unserem Beitrag zur Kombination von DOOH und Social Media).
- Technik wird zugänglicher: Transparente LED-Folien machen jede Glasfläche zur Werbefläche – ohne das Schaufenster zu verdunkeln.
Fazit
DOOH ist kein Nischenthema mehr, sondern der Wachstumsmotor der Außenwerbung. Für lokale Unternehmen ist das eine Chance: Die Technik, die früher großen Marken vorbehalten war, ist heute für kleine Budgets verfügbar – und zwar genau dort, wo ihre Kunden einkaufen. Wer es ausprobieren möchte, kann bei SchaufensterClip 30 Tage kostenlos testen.
Quellen
- Nielsen Werbetrend 2025, berichtet von invidis (21.01.2026): DooH wächst um mehr als ein Viertel
- ZAW-Werbemarktbilanz 2025, berichtet von MEEDIA (21.05.2026): Netto-Werbeeinnahmen stiegen 2025 um 4,3 Prozent
- Media Perspektiven 18/2026: Werbemarkt 2025: Wachstum digitaler Werbeformen und Außenwerbung
- IDOOH / GIM, Public & Private Screens (2023): DOOH erreicht in einer Woche 81 Prozent der Bevölkerung
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